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Pressekonferenz zu Frühe Hilfen am 26. Juni 2017

Frühe Hilfen sorgen für gesundheitliche

Chancengerechtigkeit

 

Evaluation bestätigt Nutzen, Projekt wird ausgebaut und verlängert

 

2015 wurde als gemeinsame Initiative von Bund, Ländern und Sozialversicherung mit dem Auf- und Ausbau von regionalen Frühe Hilfen-Netzwerken begonnen. Frühe Hilfen sind ein Maßnahmenpaket, das darauf abzielt, Belastungen von Familien und Kindern frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Im Mittelpunkt stehen FamilienbegleiterInnen, die als konkrete Ansprechpersonen für die Familien da sind. Mittlerweile werden 53 Bezirke von 23 Netzwerken abgedeckt. Die Ausweitung auf weitere elf Bezirke ist in Vorbereitung.

 

Die Zahl der begleiteten Familien steigt stark an: Im Jahr 2016 gab es bereits 1.349 Familien (2015: 516 Familien), die von Fachkräften zu regionalen Netzwerken vermittelt wurden oder selbst Kontakt aufnahmen. Insgesamt wurden 2016 1.313 Familien durch die regionalen Netzwerke begleitet (2015: 554 Familien).

 

„Unsere bisherigen Erfahrungen haben uns gezeigt, dass die Frühen Hilfen wirken. Es ist wichtig bereits im Kindesalter mit Förderungsangeboten zu beginnen, damit später nicht die soziale Schere aufgeht", erklärt Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner. „Die Frühen Hilfen setzen genau in der wichtigen Frühphase der Entwicklung an und legen damit die Basis für eine gerechtere Zukunft für alle Kinder in Österreich. Aus diesem Grund haben wir dieses richtungsweisende Projekt verlängert und werden die Frühe Hilfen-Netzwerke in Zukunft noch weiter ausbauen." Bis 2021 werden weitere 13 Millionen Euro für regionale Frühe-Hilfen-Netzwerke und das Nationale Zentrum Frühe Hilfen zur Verfügung stehen. Ziel ist es, bis 2021 mindestens 1.500 Familien jährlich zu erreichen.

 

Evaluation zeigt: Frühe Hilfen tragen zu gesünderem Aufwachsen bei

Laut einer durchgeführten Evaluation leisten Frühe Hilfen einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit bei den begleiteten Familien. Sie schaffen die Voraussetzungen für ein gesünderes Aufwachsen.

 

„Wer einen schlechten Start hinlegen muss, hat es oft das ganze Leben lang schwerer. Durch die Frühen Hilfen können viele Nachteile behoben werden. Hier greifen alle Unterstützungssysteme ineinander und sorgen dafür, dass Familien und ihre Kinder nicht ihr Leben lang auf Leistungen aus dem Sozialsystem angewiesen sind", erklärt Sozialminister Alois Stöger die Zielsetzung des Projekts. Die Analyse der bisherigen Fälle zeigt, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Rund die Hälfte aller begleiteten Familien ist armutsgefährdet. Knapp ein Drittel aller Betroffenen verfügt maximal über einen Pflichtschulabschluss. „Sozialen Nachteile werden in vielen Fällen vererbt. Genau das verhindern wir mit den Frühen Hilfen, durch den Aufbau eines stabilen sozialen Umfelds, in dem ein erfolgreicher Abschluss der Ausbildung und der Einstieg ins Erwerbsleben erleichtert wird", so Stöger weiter.

 

Die in der Evaluation befragten Familien und regionalen Netzwerke beobachten eine Steigerung des Selbstwertgefühls und einer Verbesserung des Familienklimas, als auch weniger Belastungen wie z.B. Stress, Zukunftsängste oder finanzielle Notlagen der (werdenden) Eltern. In Folge dessen verbessert sich auch die Eltern-Kind-Bindung.

 

„Um die gesunden Lebensjahre zu erhöhen, müssen wir so früh als möglich ansetzen. Wie eine aktuelle Analyse zeigt, sind Frühe Hilfen ein präventiv wirksamer und langfristig gesehen auch kosteneffizienter Beitrag für mehr Gesundheit", betont Alexander Biach, Verbandsvorsitzender im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. „Der Nutzen für die unterschiedlichen Bereiche Gesundheit, Soziales und Bildung ist klar belegt. Daher müssen wir auch gemeinsam an nachhaltigen Modellen der Finanzierung des Programms arbeiten", so Biach.

 

Frühe Hilfen nahmen ihren Ursprung in Vorarlberg

Vorarlberg gilt als Vorreiter des Modells Frühe Hilfen: das Konzept wurde bereits 2009 entwickelt und ab 2011 flächendeckend in ganz Vorarlberg umgesetzt. „Es freut mich sehr, dass Frühe Hilfen in Vorarlberg als Modellprojekt für alle anderen Bundesländer Österreichs gewählt wurde und auch umgesetzt wird. Beim Frühe Hilfen Modell liegt der Schlüssel zum Erfolg in einem Netzwerk von Fachkräften aus unterschiedlichen Disziplinen. Der schnelle Zugang zu passgenauer Hilfe ist über das Gesundheitswesen möglich und bewährt sich", sagt die Vorarlberger Sozial-landesrätin Katharina Wiesflecker.

 

Umfassende Informationen sind auf der Website www.fruehehilfen.at zu finden.

 

Rückfragehinweis:

 

Bundesministerium für Gesundheit und Frauen
Kathrin Liener, Pressesprecherin
+43/1/711 00 64 45 11
kathrin.liener@bmgf.gv.at
www.bmgf.gv.at

 

Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Andreas Berger, Pressesprecher
+43/1/711 00 862247
andreas.berger@sozialministerium.at
www.sozialministerium.at

 

Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Astrid Kleber, Pressesprecherin
+43/1/711 32 11 20
presse@sozialversicherung.at
www.hauptverband.at

 

Büro Soziallandesrätin
Tanja Kopf, Referentin
+43/5574/511 22 010
tanja.kopf@vorarlberg.at

 

 

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Seite: http://www.fruehehilfen.at/de/Service/Meldungen/Pressekonferenz-zu-Fruehe-Hilfen-am-26-Juni-2017.htm
Datum: 16.12.2017

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